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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Segeln" |
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| Geheimsache "Operation" | |
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Als
22. und 24. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika führte
Grover Cleveland sein Land während zweier Amtszeiten (1885 -
1889 und 1893 - 1897) durch wirtschaftliche Krisen. Bei einer als
Kreuzfahrt getarnten Reise musste Cleveland operiert werden.
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Der amerikanische Geheimdienst und Vizepräsident Adalai Stevenson waren informiert und tief besorgt. Nur wenige Wochen nach seinem zweiten Amtsantritt zum amerikanischen Präsidenten diagnostizierten die Ärzte Anfang Juni 1893 bei dem 60jährigen Grover Cleveland eine bösartige Krebsgeschwulst im Unterkiefer. Was tun? Die Öffentlichkeit informieren, den Präsidenten ins Krankenhaus einliefern und die herrschende Wirtschaftskrise damit noch mehr anheizen - das kam für die Demokraten nicht in Frage. Er verlangte nach einer "unauffälligen Lösung des Problems". Vorgeschoben wurde Frances Folsom, die 26jährige Ehefrau Clevelands, die nach dem anstrengenden Wahlkampf und den Geburten der fünf Kinder sich angeblich nach Erholung sehnte. Ein paar Tage mit einer Segelyacht vor der amerikanischen Küste sollten und konnten alle Probleme auf einen Schlag lösen. Der Präsident und die First Lady hätten die gewünschte Entspannung und wären trotzdem jederzeit in der Lage, an Land zurückzukehren. Die Amtsgeschäfte würden von Bord aus geführt. Auch wenn jeder wusste, dass Cleveland für die Seefahrt wenig übrig hatte, weil er immer seekrank wurde, schien die Ausrede plausibel. Die Recherchen des US-Geheimdienstes liefen auf Hochtouren. Benötigt wurde eine Yacht, die nicht nur schnell, sondern auch groß war. Und es musste das Boot einer "angesehenen Persönlichkeit" sein, mit der Grover Cleveland auch sonst gute Kontakte pflegte. Die Wahl fiel auf den Bankier E.C. Benedict und seine 42 Meter lange Motor-Segelyacht Oneida. Die Geheimsache "Operation" lief unter größten Sicherheitsvorkehrungen an. Binnen weniger Tage wurde der große Salon zum Operationsraum umgebaut. Zuvor wurde eine riesige Plane über das Deck gespannt, um das Schiff vor neugiereigen Blicken zu schützen. Am Abend des 30. Juni 1893 gingen Grover Cleveland, seine Frau sowie der Bankier an Bord des Schiffes - "zu einem kleinen Wochenendausflug", wie es offiziell hieß. Gleich am nächsten Morgen wurde Cleveland operiert, während die Oneida sich immer weiter von der Küste entfernte. "Maschinenprobleme" und "mangelhafter Wind" waren dafür verantwortlich, dass Cleveland erst fünf Tage später zum Ausgangshafen New York zurückkehrte. Als er von Bord ging, klagte er über "Zahnschmerzen". Erst viele Monate später erfuhr die Öffentlichkeit von der geheimen Operation auf See. Cleveland war längst wieder gesund. Die Oneida diente übrigens in seiner Amtszeit noch häufiger als diskreter Verhandlungsort. |
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