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Geschichten vom Segeln |
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| Tödliche Tragödie auf der Pankratz |
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Die
Katastrophe begann im November 1982, als der - für seine seglerischen
Leistungen ausgezeichnete - deutsche Profiskipper Franz N. zwei unbekannte
Frauen und einen Mann auf einen Überführungstörn nach
Australien mitnahm. Es war eine Reise ohne Wiederkehr.
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"Von Europa nach Australien - welcher erfahrene Yachtskipper überführt gegen gutes Entgelt mit/ohne Crew optimal ausger. 9-m-Stahlslup in max. 9 Mon. Segelzeit auf der Passatroute vom Ijsselmeer nach Sydney? Angeb. unter Chiffre." So lautete die Anzeige in einschlägigen Wassersportmagazinen. Eine bezahlte Flucht aus dem trüben Alltag mit einem 9,30 Meter langen und 2,94 Meter breiten Stahlseekreuzer - das käme ihm, Franz N., wie gelegen, zumal er zuvor schon etliche Yachten betuchter Eigner in alle Welt gebracht hatte. 115.000 Seemeilen standen in seinem persönlichen Logbuch. Wir schreiben den 3. November 1982. Franz N. lief mit der Pankratz auf Gran Canaria ein und suchte sich einen Liegeplatz in der Nähe anderer deutscher Yachten. Schon nach wenigen Tagen war der erzähl- und trinkfreudige Franz N. bekannt wie ein bunter Hund. Zu seinen Bewunderern gehörte ein gewisser Huge M., der sich in Las Palmas nach einer Mitsegelgelegenheit umsah. Es dauerte nicht lange, dass Franz N. einverstanden war, Huge M. auch nach Australien mitzunehmen. Wessen Idee es war, zusätzlich auf dem kleinen Schiff auch noch zwei Frauen einzuladen, um - wie sie sagten - unterwegs genügend "Proviant zu haben", ist nicht bekannt. Fakt ist, es fanden sich mit Ann und Kitty zwei Engländerinnen, die die eindeutig zweideutigen Angebote offensichtlich in den Wind schlugen. Huge M. berichtete später über den ersten gemeinsamen Tag an Bord: "Wir haben den Mädchen zwar am ersten Abend nicht gesagt, dass wir sie nur mitnehmen, um mit ihnen Sex zu haben. Wir haben ihnen aber klargemacht, dass es für uns beide auf sexuellem Gebiet keine Tabus gibt und wir auf See eine offene Gemeinschaft sein wollten, bei der es auch zum Partnertausch kommen könnte." Die beiden Engländerinnen hatten schnell verstanden und wollten schon nach dem Probetag das Schiff verlassen. Doch weil sie keine andere Crew fanden, liefen sie am 14. November auf der Pankratz in Richtung Barbados aus. Es wurde schlimmer als sie es sich vorgestellt hatten: Das Thema Sex beherrschte alle Gespräche an Bord. Die Frauen wurden immer verängstigter, die Männer aggressiver. Am 27. November kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Verlauf Ann den Skipper Franz N. mit dem Messer niederstach. Stunden später warfen sie seine Leiche über Bord. Ob es Notwehr war oder Mord - der Fall blieb unaufgeklärt. Zu widersprüchlich waren die in der Karibik, in England und Deutschland gemachten Aussagen. Zu einem Prozess kam es nicht. Hugo M. und die Engländerinnen bleiben auf freiem Fuß. Segeln 09/2003 |