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Geschichten vom Segeln |
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Kapitän Cooks trauriges Ende im Paradies |
| Als Kapitän James Cook 1779 mit den Schiffen Resolution und Discovery das Hawaii-Archipel erreicht, werfen sich die Eingeborenen am Strand der Kealakekua Bay vor ihm nieder und verehren ihn als einen wiedergekehrten Gott. Doch dieser Gott, das zeigt sich rasch, hat ganz menschliche Fehler. Fehler, die ihn schließlich das Leben kosten. |
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James Cook war schon zu Lebzeiten eine Legende. Alles hatte er erreicht - er war mit Titeln überhäuft, galt als der genialste Kartograph seiner Zeit, war glücklich verheiratet, hatte vier Kinder und befand sich eigentlich schon im Ruhestand, als er 1776 zu seiner dritten Weltumsegelung aufbrach. Getrieben von Wissensdurst wollte er sein Lebenswerk mit der Entdeckung der Nordwestpassage krönen. Die Resolution und die Discovery überquerten den nördlichen Polarkreis am 14. August 1778. Wenige Tage später versperrte ihm auf 70° 44' nördlicher Breite ein Packeisfeld den Weg. Cook befand, dass der arktische Sommer zu kurz sei und änderte den Kurs seiner Expedition nach Süden, um die Suche im darauf folgenden Sommer fortzusetzen. Am 17. Januar 1779 gingen seine Schiffe zum Überwintern an der Westküste von Hawaii vor Anker. Tausende von Insulanern begrüßten die Fremdlinge überschwänglich. Wie sich herausstellte, kam Cook in den Genuss eines Zufalls. Der Legende nach erwarteten die Einheimischen die Rückkehr ihres Gottes Lono, was sie regelmäßig mit einer großen Zeremonie feierten. Und wie in der Legende tauchte nun auch in Wirklichkeit ein Mensch auf, der diesen Prophezeiungen offensichtlich entsprach, zumal er auch Geschenke in Hülle und Fülle an Bord seines Gefährts dabei hatte. Doch schon nach wenigen Wochen hatten selbst die freundlichen Insulaner bemerkt, dass die Engländer alles andere waren als Götter. Cook spürte, dass die Gastfreundschaft umzuschwenken drohte und befahl am 4. Februar 1779 die Abreise. Doch ein Sturm, bei dem der Fockmast der Resolution zu Bruch ging, zwang Cook zur Umkehr. Als die vermeintlichen Götter mit ganz irdischen Problemen zurückkamen, war dies für die Einheimischen der letzte Beweis, dass es sich bei den Fremden doch nicht um ihren Gott Lono handeln könne. Diebstähle, die bei der Ankunft fast keine Rolle spielten, waren nun an der Tagesordnung. Die drakonischen Strafen, die der Kapitän anordnete, sorgten für wachsenden Hass. Als Cook auch noch den Häuptling und seine beiden Söhne als Geisel für ein gestohlenes Beiboot nehmen wollte, geriet er in einen Hinterhalt, in dessen Verlauf er einen Schlag mit einer Keule auf den Kopf erhielt. Ein weiterer Krieger stach ihm seinen Dolch in die Schulter. James Cook, der Mann, der als Gott empfangen wurde, starb im seichten Wasser - als einfacher Mensch. Die flüchtende Besatzung musste James Cook zurücklassen. Am 20. Februar 1779 rudert ein Boot mit Insulanern zur Resolution, auf der inzwischen Charles Clarke das Kommando übernommen hatte. In Demut und Stille legen die Polynesier die Gaben an Bord ab, mit denen sie den Frieden wieder herstellen wollen - Obst, Gemüse, Schweine. Und sauber vom Fleisch gelöste menschliche Knochen. Segeln 11/2002 |