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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Pionier der Meere |
| Am Morgen des 27. Juni 1898 lief ein unscheinbares Boot in den Hafen van Newport auf Rhode Island ein. An Bord der Spray befand sich nur ein einziger Mann - Joshua Slocum. Seither gilt der geniale Navigator als der geistiger Vater aller Weltumsegler. |
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"An einem Wintertag 1892 dachte ich darüber nach, ob ich mich wieder auf See als Kapitän einsetzen lassen oder auf einer Schiffswert arbeiten sollte, als ich eine alte Bekanntschaft, einen Walfänger-Kapitän, wieder traf. Er forderte mich auf, nach Fairheaven zu kommen, weil sie dort ein Schiff für mich hätten, was allerdings einige Reparaturen benötige." Das Treffen erwies sich als Wink des Schicksals. Joshua Slocum, 1844 als elftes Kind einer armen Bauernfamilie in New Scotland geboren, konnte sich mit seinem Leben als Seemann im Ruhestand nicht abfinden. Auch die Ehe mit seiner zweiten Frau Hettie verlief alles andere als harmonisch, weil sie seine Liebe zum Meer nicht teilte. Da kam das Angebot, ein heruntergekommenes Boot zu renovieren, wie gerufen. Die Spray, ein ehemaliger Austernfischer, war 11,20 Meter lang und 4,30 Meter breit. Die folgenden zwei Jahre arbeitete Slocum wie ein Besessener. Ob Spanten, Planken oder Steven - Slocum ersetzte jedes einzelne Holzteil. Auch, weil er die Expertenmeinung widerlegen wollte, dass ein Mann niemals alleine die Welt umsegeln könne. Dafür brauchte Slocum ein Boot, auf das er sich blind verlassen konnte. Am 24. April 1895 mittags segelte er aus Boston los. Hatte er zunächst noch beabsichtigt, die Welt ostwärts zu umsegeln, so änderte er nach einer ersten Atlantiküberquerung seinen Plan. In Gibraltar warnten ihn lokale Fischer davor, das Mittelmeer zu durchqueren, weil dort die Gefahr von Piraten ausgeraubt zu werden, einfach zu groß war. Slocum machte auf der Stelle kehrt. Und tatsächlich: Noch vor Gibraltar entwich er knapp einem Überfall, um danach seinen Kurs gen Westen nach Südamerika und Kap Horn abzustecken. 46.000 Seemeilen und drei Jahre nach dem Start lief er im Hafen von Newport/Rhode Island ein. Joshua Slocum war wegen seiner seemännischen Leistung ein gemachter Mann. Mit seinem Buch "Sailing alone around the World" verdiente er ein Vermögen. Für 305 Dollar kaufte Slocum sich eine kleine Farm auf der Fischerinsel Martha's Vineyard, um jetzt einen ruhigen Lebensabend mit seiner Ehefrau an Land zu verbringen. Doch immer wieder zog es ihn mit seiner Spray auf See. Wochenlang war er oft verschwunden und niemand wusste, wohin er gesegelt war. Als er 1908 von solch einer Flucht zurückkehrte, hatte sich sein Wesen plötzlich verändert. Auch seine geliebte Spray war nach dem Törn völlig heruntergekommen. Am 4. November 1909 verabschiedet er sich zu einer Winterreise in die Karibik. Von Joshua Slocum und der Spray fehlt seitdem jede Spur. Segeln 12/2004 |