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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Manureva antwortet nicht |
| Wenn es eine tragische Figur des internationalen Segelsports gibt, dann ist es der Franzose Alain Colas. Ein Mann, der stets versuchte, seine berühmten Zeitgenossen Eric Tabarly und Francis Chichester zu übertrumpfen. 1978 bezahlte er seinen Ehrgeiz mit dem Leben. |
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An Bord alles in bester Ordnung.“ Dies sind die letzten bekannten Worte des französischen Einhandseglers Alain Colas. Am gleichen Tag, am 16. November 1978, verschwindet der Trimaran Manureva irgendwo in der Nähe der Azoren. Spurlos. Die „Route du Rhum“, jene legendäre Einhandregatta von St. Malo nach Gouadeloupe, ist wieder um eine traurige Geschichte reicher. Und die Seglerwelt trauert um eine fast tragische Persönlichkeit, die stets dem Erfolg und der Anerkennung hinterherrannte. Plötzlich wird klar, dass jener Alain Colas auch ein Opfer der hysterischen Rekordsucht und der wachsenden Popularität der großen Regatten rund um die Welt ist. Denn anders als die Zeitgenossen Eric Tabarly, Chay Blyth, Francis Chichester oder Bernard Moitessier hat Alain Colas bei seiner Geburt kein Seewasser im Blut. Erst als 22jähriger Student betritt Colas erstmals in Australien ein Segelboot. Er kann gar nicht fassen, welche Anerkennung hier Segler genießen. Von einem Tag auf den anderen entschließt er sich, dem Nationalhelden Eric Tabarly nachzueifern. Nicht einmal sieben Jahre später steht er am 17. Juni 1972 auf der Startlinie zur 5. Transatlantik-Regatta. Was für ein Triumph, steuert er doch kein geringeres Boot als den Trimaran Pen Duick IV seines Vorbildes Tabarly. Als er die Regatta auch noch gewinnt, wähnt er sich am Zenit seiner Karriere als Wassersportler. Plötzlich wurde sein Name im gleichen Atemzug genannt wie die größten Segler dieser Zeit. Auch Alain Colas steckt sich immer ambitioniertere Ziele. Sein Leben besteht nunmehr aus Rekorden, Interviews und Vorträgen. Vor allem letztere sorgen dafür, dass er sich wieder einen Traum erfüllen kann. Im Jahr 1973 kauft er jene Pen Duick IV, die ein Jahr zuvor sein Leben völlig umkrempelte. Mit großem Aufwand lässt er den 20 Meter langen Trimaran umbauen und tauft ihn auf den Namen Manureva, was übersetzt soviel heißt wie Zugvogel. Jetzt will er noch beweisen, dass er mit „seinem Boot“ weit mehr erreichen kann als der berühmte Vorbesitzer. Ein Boot, das jetzt seinen Namen trägt und nicht den seines Vorbildes. Aber das Schicksal will, dass er weiter im Schatten Tabarlys steht. 1976 unterliegt er dem französischen Segleridol nur knapp, der mit dem Einrümpfer Pen Duick VI wieder einen Rekord einfährt. Alain Colas will eine Revanche, wenn auch bei einem Rennen, an dem sein Erzrivale gar nicht teilnimmt. Bei der Route du Rhum 1978 wird er endlich zeigen, was in ihm steckt – wird er endlich unsterblich sein! segeln 03/2005 |