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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Ehrensalut für „Old Britty“ |
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Dass Kaiser und Könige ihre Yachten wie Familienmitglieder verehrten, ist kein Geheimnis – darin unterschieden sich die hochwohlgeborenen Herren nicht von jedem normalen Eigner. Fast skurril jedoch ist die Liebe des englischen Königs Georg V. , der „seine“ Britannia so verehrte, dass er ihr ein Heldenbegräbnis verschaffte. |
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Es ist 22.30 Uhr am 9. Juli 1936. Zwei britische Zerstörer schleppen die königliche Segelyacht Britannia aus dem Solent in den Ärmelkanal. Ehrenformation, Beflaggung auf Halbmast. Soldaten in Paradeuniform an Deck. Am Bugspriet trägt „Old Britty“ , wie die 37 Meter lange Yacht von der Bevölkerung liebevoll genannt wird, einen Kranz –als Zeichen der Verehrung, die man ihr entgegenbringt. Punkt Mitternacht werden die Seile gekappt, und die zuvor an Bord angebrachten Sprengladungen explodieren. „Old Britty“ sinkt binnen weniger Minuten, begleitet von Salutschüssen, die durch die Nacht hallen. An Bord der Zerstörer muss die frühere Mannschaft dem Heldenbegräbnis salutierend beiwohnen. In der Tat ist der Lebenslauf der Britannia, die 1893 von König Edward VII. in Auftrag gegeben wurde, eine einzige Erfolgsgeschichte. Geplant war die Yacht als Promenierschiff, das so schnell segeln sollte, dass man „während eines Rennens nicht einmal eine halbe Mahlzeit zu sich nehmen konnte“. Doch die Erwartungen des Auftraggebers und seines Nachfolgers, König Georg V., wurden weit übertroffen. Von 635 Rennen, in denen „Old Britty“ an den Start ging, errang sie 231 Mal die Siegtrophäe. An gewonnenem Preisgeld übertraf sie mit 10172 Pfund die Baukosten um fast ein Drittel. Kurz vor seinem Tod bestimmte Georg V., auch als Seglerkönig bekannt, dass man der Britannia das Abwracken ersparen möge. Und so wurde die segelnde Legende unsterblich – sie sank mit der weißen Flagge und dem roten Andreaskreuz des Royal Yacht Squadron am Heck … |
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