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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Das Boot des Impressionisten |
| Als Maler sind Auguste Renoir, Claude Monet, Edgar Degas und Paul Signac ein Begriff, nicht jedoch als gerngesehene Gäste eines exklusiven Segelclubs in Paris. Dessen Vorsitzender, Gustave Caillebotte, war selbst leidenschaftlicher Maler und besessener Segler. |
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Am liebsten zeigte der Erbe einer Textilfabrik, Maler, Briefmarkensammler, Gärtner und Segler Gustave Caillebotte sein Hinterteil. Nicht sein eigenes, sondern das seines Bootes mit dem zweideutigen Namen Cul Blanc, was übersetzt nichts anderes heißt als weißer Hintern. Denn Gustave Caillebotte war zwischen 1883 und 1894 Präsident des vornehmen Pariser Segelclubs „Cercle de la Voile de Paris“ und hatte nur ein Ziel – jede Regatta zu gewinnen, an der er mit seinem Boot, das ein auffälliges weißes Heck hatte, teilnahm. Doch damit nicht genug – er liebte die Malerei und suchte den Kontakt zu den Künstlern seiner Zeit. So war es kaum ein Wunder, dass unter anderem Maler wie Auguste Renoir, Claude Monet und Edgar Degas im Clubhaus von Argenteuil ein und aus gingen. Nicht selten standen an den Bootsstegen nebeneinander die Staffeleien der größten Impressionisten nebeneinander. Und mitten unter ihnen jener Gustave Caillebotte, der selbst eifrig den Pinsel schwang und sich mit seinen Kollegen angeregt unterhielt. Ein Redakteur der französischen Zeitung „Petit Moniteur“ schrieb am 30. Mai 1883 über diese ungewöhnliche Zusammenkunft der schon damals berühmten Männer: „Sobald man die Salons des Cercle betritt, bietet sich einem eine vollkommen nautische Atmosphäre, aber auch die Gespräche sind von einer gemeinsamen Leidenschaft geprägt. Die Händler, Angestellten, Rechtsanwälte und die vielen Maler, all diese Menschen mit unterschiedlichen Berufen, reden nur über eine einzige Sache: das Steuern von Yachten, die Konstruktionsdetails von Booten, die Takelage, die Manöver.“ Zwei Leidenschaften trafen aufeinander – noch dazu zwei, die sich nicht gegenseitig ausschlossen. Gustave Caillebotte und der Impressionist Paul Signac waren so begeistert, dass sie neben der Malerei auch begannen, Yachten zu entwerfen. Insgesamt 31 Entwürfe gehen auf die Zeichnungen der beiden Segler zurück, die aber im Gegensatz zu ihren Bildern in Vergessenheit geraten sind. Auch heute noch gilt Paul Signac als der beste französische Marinemaler jener Epoche. Gustave Caillebottes Nachlass ist – neben seinen eigenen Bildern – von höchster künstlerischer Bedeutung. Als er im Jahr 1894 im Alter von 46 Jahren nach einem Schlaganfall stirbt, vererbt er dem französischen Staat seine Sammlung von Segelbildern auf der Seine. Bilder von Monet, Degas, Bonnard, Signac, Turner… segeln 04/2005 |