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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Verschollen am Kap |
| Passat, Padua, Pamir – um nur einige zu nennen – waren die berühmtesten Frachtschiffe unter Segeln, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts am lukrativen „Weizenrennen“ zwischen Europa und Australien teilnahmen. Die Admiral Karpfanger kennt indes kaum jemand |
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Viermastbark Admiral Karpfanger aus Hamburg, 2853 BRT, Kapitän Walker, am 8. Februar von Port Germein nach Falmouth, Plymouth oder Queenstown mit Weizen ausgelaufen. Am 12. März mit Norddeich Radio in Funkverbindung, wurde heute von Lloyd’s als verschollen erklärt“. Dieser lapidare Satz vom 21. September 1938 zieht einen Schlussstrich unter eine Angstpartie, in der Verwandte der 60-köpfigen Mannschaft und die Reederei, die Hamburg-Amerika-Linie, monatelang zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken. Dabei hatte die Reederei noch ein Jahr zuvor sehr bewusst viel Geld investiert, um die Viermastbark L’Avenir in ihre Flotte einzugliedern. Schließlich ist man davon überzeugt, dass künftige Offiziere eine fundierten Ausbildung auf Segelschiffen haben müssen. Da trifft es sich gut, dass der finnische Reeder Gustaf Erikson die Anfang der 30-er Jahre in Belgien sehr solide gebaute Bark verkaufen will. Man wird sich schnell handelseinig, da die L’Avenir ohnehin weniger als Fracht- denn als Schulschiff konstruiert war. Im September 1937 verlässt das generalüberholte und auf den Namen Admiral Karpfanger umgetaufte Schiff den Hamburger Hafen mit Ziel Spencer Golf im Südwesten Australiens. Nur drei Monate später läuft sie den kleinen Hafen Port Germein an, wo sie über 40.000 Säcke Weizen als Fracht übernimmt. Fünf Wochen später, am 8. Februar 1938, macht sich die Admiral Karpfanger auf den Heimweg. Das Kommando hat Kapitän Walker, der als sehr erfahren gilt. Mit der Reederei hat er vereinbart, dass er etwa alle 14 Tage den Standort durchgebe. Auch als er am 1. März 1938 meldet, dass er etwa 2500 Meilen hinter dem Zeitplan liege und außerdem der Generator Probleme bereite, macht man sich in Hamburg keine Sorgen. Immer wieder registrieren Küstenfunkstellen Funksprüche von der Admiral Karpfanger, wobei man den genauen Wortlaut nicht versteht. Um Notrufe, da sind sich später alle sicher, habe es sich dabei nicht gehandelt. Am 12. März meldet Norddeich Radio dem Zweiten Offizier der Admiral Karpfanger, dass er Vater geworden sei. Der kurz bestätigte Funkspruch ist zugleich das letzte Lebenszeichen von Bord des Frachtseglers. Monate später findet die Mannschaft eines chilenischen Schleppers Wrackstücke der Admiral Karpfanger auf Wollaston Island bei Kap Hoorn. Die wahrscheinliche Unglücksursache ist eine Kollision mit einem Eisberg. segeln 08/2005 |