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Geschichten vom Segeln in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift segeln |
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Sindbads Sohn |
| Seine Fotos aus der „guten alten Zeit“ der Windjammer sind auch heute noch begehrte Motive für Schwarz-Weiß-Poster. Fast in Vergessenheit geraten ist der Fotograf, der sich auch als Buchautor und Marineforscher einen Namen machte – der Australier Alan Villiers |
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Tag und Nacht verrichten sie schwerste Arbeiten unverzüglich, gehorsam, zufrieden und liebevoll. Ohne zu murren oder sich zu beklagen. Sie sind echte Seeleute bis ins Mark“, schwärmt Alan Villiers 1939 in seinem als Klassiker der Seefahrt geltenden Buch „Die Söhne Sindbads“ über die Seeleute und die faszinierenden Eigenschaften ihrer Schiffe. 18 Monate lang hatte der aus Australien stammende Seemann und Journalist auf einer kuwaitischen Dhau als Kapitän gearbeitet. Schließlich wollte er aus eigener Erfahrung dokumentieren, dass arabische Dhaus den europäischen Schiffbau maßgeblich beeinflussten. In der Tat hatte schon der portugiesische König, Heinrich der Seefahrer, seinen Werften befohlen, die arabischen Schiffe zu kopieren. Villiers suchte und fand historisch verwertbare Beweise. Schiffe, Meer und Seefahrt – das war das Element, in dem der 1903 in Melbourne als Sohn eines Dichters geborene Alan Villiers schwelgte. Schon mit 15 Jahren verließ er das behütete Elternhaus, um Seemann zu werden. Zwischen Australien und Neuseeland pendelte er auf kleinen Frachtseglern, ehe er 1921 auf der englischen Viermastbark Lawhill so schwer verletzt wurde, dass er tief deprimiert den Beruf an den Nagel hängen musste. Als Volontär heuerte er kurzentschlossen beim „Hobart Mercury Newspaper“ an. Schon bald konnte er jedoch seine Leidenschaft mit dem Beruf verbinden. Als Reporter begleitete er einen norwegischen Walfänger in die Antarktis. Über das Funkgerät des Schiffes vermarktete er seine Geschichten in der ganzen Welt. Bücher wie „Whaling in the Frozen South“ wurden ebenso Bestseller wie die Reportage über die Wettfahrt zwischen dem deutschen Großsegler Herzogin Cecilie und der schwedischen Bark Beatrice. Legendär wurde jene Reportage vor allem deshalb, weil man auf der 96 Tage währenden Überfahrt die blinde Passagierin Jennie Day entdeckte. Mit ihren Augen schilderte Villiers die Wettfahrt, die die Herzogin Cecilie schließlich gewann. Mit Hilfe seiner Honorare erwarb Villiers im Jahr 1931 Anteile an der Viermastbark Parma, ein Schwesterschiff der später untergegangenen Pamir. Zusammen mit seinem Freund Ronald Walker drehte er faszinierende Dokumentarfilme über die ausgehende Zeit der Windjammer. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Offizier an Bord britischer Landungsboote verbrachte, widmete er sich bis zu seinem Tod 1982 in Oxford der Seefahrtshistorie. segeln 09/2005 |